Franchise bei der Krankenkasse – die richtige Stufe wählen

Aktualisiert: 3. April 2026 Lesezeit: 9 Minuten Ratgeber

Die Franchise ist einer der grössten Hebel, um Ihre Krankenkassenprämien zu beeinflussen. Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie – doch im Krankheitsfall tragen Sie einen grösseren Teil der Kosten selbst. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die optimale Franchise für Ihre persönliche Situation zu bestimmen.

Was ist die Franchise?

Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst bezahlen müssen, bevor die Krankenkasse Leistungen übernimmt. Sie wählen die Franchise-Stufe einmal jährlich bei Abschluss oder Erneuerung Ihrer Police. In der obligatorischen Grundversicherung (OKP) stehen sechs Stufen zur Wahl.

Das Prinzip ist einfach: Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie. Die Kasse übernimmt erst Kosten, wenn Ihre medizinischen Ausgaben die Franchise übersteigen. Danach zahlen Sie zusätzlich den sogenannten Selbstbehalt von 10 % der verbleibenden Kosten, maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene.

Alle Franchise-Stufen im Vergleich

Für Erwachsene ab 26 Jahren gelten folgende Franchise-Stufen:

Franchise Selbstbehalt (max.) Max. Eigenkosten Typische Prämienersparnis vs. CHF 300
CHF 300 CHF 700 CHF 1'000 Referenz (höchste Prämie)
CHF 500 CHF 700 CHF 1'200 ca. CHF 200–400 / Jahr
CHF 1'000 CHF 700 CHF 1'700 ca. CHF 600–900 / Jahr
CHF 1'500 CHF 700 CHF 2'200 ca. CHF 900–1'300 / Jahr
CHF 2'000 CHF 700 CHF 2'700 ca. CHF 1'200–1'600 / Jahr
CHF 2'500 CHF 700 CHF 3'200 ca. CHF 1'400–1'800 / Jahr

Für Kinder (0–18 Jahre) gibt es tiefere Franchise-Stufen: CHF 0, CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 und CHF 600. Der maximale Selbstbehalt bei Kindern beträgt CHF 350 pro Jahr.

Franchise und Selbstbehalt – der Unterschied

Viele Versicherte verwechseln Franchise und Selbstbehalt. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Kostenbeteiligungen:

Rechenbeispiel: Bei einer Franchise von CHF 2'500 und Gesundheitskosten von CHF 5'000 zahlen Sie: CHF 2'500 (Franchise) + 10 % von CHF 2'500 = CHF 250 (Selbstbehalt) = CHF 2'750 Eigenkosten. Die Kasse übernimmt CHF 2'250.

Drei Szenarien im Vergleich

Szenario A: Laura (28) – selten krank

Laura ist gesund, geht höchstens einmal pro Jahr zum Arzt für eine Routinekontrolle. Ihre jährlichen Gesundheitskosten betragen rund CHF 400.

FranchisePrämie / JahrEigenkostenGesamtkosten
CHF 300CHF 5'400CHF 400CHF 5'800
CHF 2'500CHF 3'600CHF 400CHF 4'000

Ergebnis: Laura spart mit der höchsten Franchise CHF 1'800 pro Jahr. Die hohe Franchise ist für sie optimal, da ihre Gesundheitskosten deutlich unter CHF 2'500 liegen.

Szenario B: Thomas (45) – regelmässiger Arztbesucher

Thomas hat eine chronische Erkrankung und benötigt regelmässige Kontrollen sowie Medikamente. Seine jährlichen Gesundheitskosten betragen rund CHF 6'000.

FranchisePrämie / JahrEigenkostenGesamtkosten
CHF 300CHF 5'400CHF 1'000CHF 6'400
CHF 2'500CHF 3'600CHF 3'200CHF 6'800

Ergebnis: Thomas fährt mit der tiefsten Franchise von CHF 300 CHF 400 günstiger. Bei hohen Gesundheitskosten übersteigen die Eigenkosten der hohen Franchise die Prämienersparnis.

Szenario C: Familie Müller – zwei Erwachsene, ein Kind

Herr und Frau Müller sind beide gesund (je ca. CHF 800 Gesundheitskosten), das Kind benötigt gelegentlich ärztliche Behandlung (ca. CHF 1'200).

KonstellationPrämien / JahrEigenkostenGesamtkosten
Alle CHF 300 / CHF 0 KindCHF 12'600CHF 2'800CHF 15'400
Erwachsene CHF 2'500, Kind CHF 0CHF 9'000CHF 2'800CHF 11'800

Ergebnis: Die Familie spart mit der hohen Franchise für die Erwachsenen CHF 3'600 pro Jahr. Da beide Elternteile selten zum Arzt gehen, lohnt sich die höchste Franchise.

So treffen Sie die richtige Entscheidung

Die Faustregel für die Franchisewahl lautet:

Bedenken Sie ausserdem: Bei der höchsten Franchise sollten Sie idealerweise CHF 2'500 als Notreserve zur Seite legen können. So sind Sie auf unerwartete Gesundheitskosten vorbereitet, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten.

Ein jährlicher Check lohnt sich. Verändert sich Ihr Gesundheitszustand – etwa durch eine geplante Operation, Schwangerschaft oder eine neue Diagnose – sollten Sie die Franchise entsprechend anpassen. Die Änderung ist jeweils per 1. Januar möglich.

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