Krankenkasse für Familien 2026 – So senken Eltern die Prämien
Inhaltsverzeichnis
Was Familien für die Krankenkasse bezahlen
Die Krankenkassenprämien belasten Schweizer Familien zunehmend. Eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zahlt im Schnitt zwischen CHF 1'200 und CHF 1'800 pro Monat für die Grundversicherung – je nach Kanton, Kasse und Modell. Aufs Jahr gerechnet sind das CHF 14'400 bis CHF 21'600, ein erheblicher Posten im Familienbudget.
Die gute Nachricht: Gerade bei Familien ist das Sparpotenzial besonders gross. Denn jedes Familienmitglied hat eine eigene Police, die individuell optimiert werden kann. Bei vier Versicherten summieren sich selbst kleine Einsparungen pro Person zu einem beachtlichen Betrag.
Prämienstruktur verstehen
Das KVG unterscheidet drei Alterskategorien: Kinder (0–18 Jahre), junge Erwachsene (19–25 Jahre) und Erwachsene (ab 26 Jahre). Kinder zahlen die tiefsten Prämien, junge Erwachsene erhalten je nach Kanton einen Rabatt. Viele Kassen gewähren zudem einen Kinderrabatt ab dem zweiten Kind in der gleichen Familie.
| Optimierung | Erwachsene (2×) | Kinder (2×) | Total/Monat | Total/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Keine (Standard, Fr. 300) | CHF 892 | CHF 232 | CHF 1'124 | CHF 13'488 |
| Hausarztmodell, Fr. 300 | CHF 756 | CHF 198 | CHF 954 | CHF 11'448 |
| HMO, Fr. 2'500 / Fr. 0 | CHF 578 | CHF 178 | CHF 756 | CHF 9'072 |
| Günstigste Kasse + HMO | CHF 512 | CHF 156 | CHF 668 | CHF 8'016 |
Die Tabelle zeigt: Durch konsequente Optimierung aller vier Policen spart eine Familie bis zu CHF 5'472 pro Jahr – ohne jegliche Einbusse bei den medizinischen Leistungen.
Kinderprämien und Rabatte
Kinderprämien machen zwar einzeln betrachtet den kleinsten Anteil aus, bieten aber ebenfalls Sparpotenzial. Die monatlichen Prämien für Kinder bewegen sich zwischen rund CHF 70 und CHF 150, je nach Kanton und Kasse.
Kinderrabatt nutzen
Viele Versicherer gewähren einen Prämienrabatt für Kinder innerhalb der gleichen Familie. Typischerweise liegt dieser bei 10–20 % ab dem zweiten Kind. Manche Kassen gehen noch weiter und bieten ab dem dritten Kind bis zu 25 % Rabatt. Es lohnt sich, die Kinder bei einer Kasse mit grosszügigem Familienrabatt zu versichern.
Franchise für Kinder
Bei Kindern können Eltern eine Franchise von CHF 0 bis CHF 600 wählen. Da Kinder häufig zum Kinderarzt müssen (Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Kinderkrankheiten), empfiehlt sich in der Regel die Null-Franchise. Die Prämienersparnis bei höherer Franchise ist bei Kindern gering und steht in keinem guten Verhältnis zum Risiko. Lesen Sie mehr über die optimale Franchisewahl.
Kinder bei einer anderen Kasse versichern
Kinder müssen nicht bei der gleichen Kasse wie die Eltern versichert sein. Vergleichen Sie die Kinderprämien aller Kassen separat. Es kommt durchaus vor, dass eine Kasse für Erwachsene günstig ist, bei Kindern aber teurer als die Konkurrenz.
Die besten Sparstrategien für Familien
Strategie 1: Jedes Familienmitglied individuell optimieren
Betrachten Sie jede Police einzeln. Die Eltern haben möglicherweise andere Bedürfnisse als die Kinder. Der Vater mit regelmässigen Arztbesuchen wählt eine tiefe Franchise, die gesunde Mutter eine hohe. Die Kinder bleiben bei der Null-Franchise. Jede Person kann zudem bei einer anderen Kasse versichert sein und ein anderes Modell wählen.
Strategie 2: Alternative Versicherungsmodelle wählen
Für Familien eignen sich alternative Modelle besonders gut. Das Hausarztmodell ist für die meisten Familien der beste Kompromiss: Der Kinderarzt kann als erster Ansprechpartner gewählt werden, und die Prämienersparnis beträgt 15–20 %. Das Telmed-Modell spart noch mehr, erfordert aber bei jedem Gesundheitsproblem zuerst einen Telefonanruf – bei Familien mit kleinen Kindern kann das mühsam werden.
Strategie 3: Unfalldeckung prüfen
Sind beide Elternteile angestellt und arbeiten je mehr als acht Stunden pro Woche, sind sie über den Arbeitgeber unfallversichert. Schliessen Sie die Unfalldeckung in der OKP aus. Bei zwei Erwachsenen spart das rund CHF 60–80 pro Monat. Achtung: Kinder ohne Arbeitsverhältnis benötigen die Unfalldeckung in der Grundversicherung.
Strategie 4: Jahresweise bezahlen
Manche Kassen gewähren einen Rabatt von 1–2 %, wenn Sie die Prämien jährlich statt monatlich bezahlen. Bei einer Familienprämie von CHF 12'000 pro Jahr sind das immerhin CHF 120–240 Ersparnis.
Praxis-Tipp: Erstellen Sie jedes Jahr im Oktober eine Familienübersicht mit allen vier (oder mehr) Policen. Tragen Sie Prämie, Franchise, Modell und Unfalldeckung ein. Vergleichen Sie dann für jedes Familienmitglied individuell die Alternativen. Diese 30 Minuten Aufwand können Ihnen über CHF 3'000 im Jahr sparen.
Zusatzversicherung für Kinder
Bei der Zusatzversicherung lohnt es sich, für Kinder frühzeitig Vorsorge zu treffen. Anders als bei der Grundversicherung können Kassen Anträge für Zusatzversicherungen ablehnen oder Vorbehalte anbringen. Wer sein Kind gleich nach der Geburt anmeldet, profitiert in der Regel von einer Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung.
Welche Zusatzversicherungen sind sinnvoll?
Für Kinder besonders relevant sind: Zahnversicherung (Kieferorthopädie wird von der Grundversicherung nicht bezahlt und kann schnell CHF 5'000–15'000 kosten), Brillenversicherung, Alternativmedizin-Deckung und allenfalls eine Spital-Zusatzversicherung halbprivat. Prüfen Sie die Kosten-Nutzen-Relation: Eine Zahnversicherung für CHF 15–25 pro Monat kann sich bei einer Zahnspange um ein Vielfaches auszahlen.
Grund- und Zusatzversicherung trennen
Ein häufiger Irrtum: Grund- und Zusatzversicherung müssen nicht bei der gleichen Kasse sein. Versichern Sie die Grundversicherung beim günstigsten Anbieter und die Zusatzversicherung dort, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten ist. Die Grundversicherung können Sie jährlich problemlos wechseln, die Zusatzversicherung bleibt bestehen.
Prämienverbilligung für Familien
Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist ein wichtiges Instrument für Familien mit mittlerem und tiefem Einkommen. Jeder Kanton regelt die Anspruchsberechtigung und die Höhe der Verbilligung eigenständig. In vielen Kantonen erhalten Familien mit Kindern selbst bei einem Haushaltseinkommen von CHF 80'000–100'000 noch eine teilweise Prämienverbilligung.
Erkundigen Sie sich jedes Jahr bei Ihrem Wohnkanton oder der Gemeinde, ob Sie Anspruch haben. In einigen Kantonen (z. B. Zürich, Bern, Luzern) müssen Sie einen Antrag stellen, in anderen erhalten Sie die Verbilligung automatisch. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Prämienverbilligung.
Häufig gestellte Fragen
Müssen Kinder bei der gleichen Krankenkasse versichert sein wie die Eltern?
Nein. Jedes Familienmitglied kann bei einer anderen Krankenkasse versichert sein. Vergleichen Sie die Kinderprämien separat, da die günstigste Kasse für Erwachsene nicht unbedingt auch für Kinder die günstigste ist.
Ab welchem Alter zahlen Kinder höhere Prämien?
Bis zum 18. Geburtstag gelten Kinderprämien. Ab 19 Jahren gelten je nach Kanton und Kasse die (reduzierten) Prämien für junge Erwachsene. Ab 26 Jahren zahlt man die volle Erwachsenenprämie.
Lohnt sich ein Wechsel, wenn wir mit der aktuellen Kasse zufrieden sind?
Zufriedenheit mit dem Service ist wichtig, aber prüfen Sie trotzdem jährlich die Prämien. Da die Grundversicherungsleistungen bei allen Kassen identisch sind, zahlen Sie bei der teuren Kasse möglicherweise nur für den Namen mehr. Oft bieten günstigere Kassen einen ebenso guten Service.
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